26 Oktober 2010

Röttgen und Meyer: Mehr Bio im Benzin

Berlin, 24.10.2010

Ab Januar neue Benzinsorte an Tankstellen / Bioanteil bei Benzin wird auf 10 Prozent erhöht / Kabinett verabschiedet neue Verordnung am kommenden Mittwoch


Ab Januar 2011 wird an deutschen Tankstellen zusätzlich zu den bisherigen Kraftstoffsorten Benzin mit bis zu 10 Prozent Bioethanolanteil angeboten. Das Bundeskabinett beschließt am kommenden Mittwoch, den 27. Oktober 2010, eine entsprechende Verordnung und setzt damit die europäische Richtlinie über die Kraftstoffqualität um. Dazu erklären Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und der Präsident des ADAC, Peter Meyer: "Ein wirksamer Klimaschutz ist nur möglich, wenn alle Bereiche des täglichen Lebens einen Beitrag liefern. Dies gilt auch für Kraftstoffe. Die EU hat deshalb beschlossen, den Anteil an Biokraftstoffen im Verkehrsbereich zu erhöhen. Das soll jetzt in Deutschland umgesetzt werden. Wir wollen mit der Erhöhung des aus Pflanzen gewonnenen Biosprits den CO2-Ausstoß der Autoabgase senken und damit auch die knapper werdenden Erdölreserven schonen".

Röttgen und Meyer verweisen darauf, dass im Vergleich zu herkömmlichen Kraftstoffen die heute verwendeten Biokraftstoffe weniger Treibhausgase verursachen. Durch die Verwendung von Biokraftstoffen sinke die Abhängigkeit vom immer knapper werdenden Erdöl. Erdöl müsse importiert werden, ein Großteil der benötigten Rohstoffe für Bioethanol dagegen wachse in Deutschland oder Europa. Biokraftstoff werde aus Pflanzen gewonnen, die aus nachhaltigem Anbau stammen; auch dazu gebe es gesetzliche Vorgaben. Nachhaltig bedeutet, dass der Anbau der Rohstoffe nicht auf Kosten von Mensch und Natur erfolgen darf, beispielsweise nicht auf schützenswerten Flächen oder auf Gebieten mit hoher biologischer Vielfalt.

Nachdem letztes Jahr die Beimischung von Biodiesel zum Dieselkraftstoff erhöht wurde, soll nun der Bioanteil beim Benzin, wie von der europäischen Richtlinie über die Kraftstoffqualität gefordert, erhöht werden. Ab Anfang 2011 wird dazu in Deutschland an den Tankstellen zusätzlich zu den bisherigen Benzinsorten Benzin mit bis zu 10% Bioethanol angeboten. Diese neuen Kraftstoffe werden mit E10 bezeichnet. "E" steht für Ethanol, die Zahl "10" für 10 %. Bisher betrug der Ethanolanteil im Benzin bis zu 5 %. Die Einführung von E10 wird durch eine Verordnung geregelt, die am kommenden Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen werden soll; danach werden die Bundesländer über den Bundesrat beteiligt. Das ganze Verfahren wird voraussichtlich bis Mitte Dezember abgeschlossen sein.

Das neue Benzin wird an den Zapfsäulen deutlich gekennzeichnet, und zwar durch den Namen der Benzinsorte mit dem Namenszusatz "E10"– also beispielsweise "Super E10".

Etwa 90 Prozent aller benzinbetriebenen Pkw können E10 ohne Einschränkungen tanken. Neufahrzeuge sind in der Regel E10-tauglich. Fahrerinnen und Fahrer benzinbetriebener Fahrzeuge sollten sich vor dem ersten Betanken mit E10 vergewissern, dass Ihr Fahrzeug E10 verträgt. Ob ein Fahrzeug E10 verträgt, erfährt man von seinem Fahrzeughersteller. Eine Liste E10-verträglicher Fahrzeuge ist ab Mitte November auf der Internetseite der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de/e10 zu finden. Auch bei seinem Fahrzeughändler und bei seiner Kfz-Werkstatt kann man sich nach der E10-Verträglichkeit von Fahrzeugen erkundigen. Die E10-Verträglichkeitsliste enthält auch Servicenummern der Fahrzeughersteller, die man bei Fragen anrufen kann. Weitere Informationen zu E10 bieten der ADAC und das Bundesumweltministerium unter www.adac.de/e10 und www.bmu.de/e10 an. Alle nicht nachgewiesen E10-verträglichen Fahrzeuge sollten ausschließlich die bisherigen Benzinsorten tanken. Die Kraftstoffanbieter sind verpflichtet, diese weiterhin anzubieten.

Röttgen und Meyer erklären dazu: „Wir erwarten, dass die Einführung von E10 verbraucherfreundlich gestaltet wird. Die Einführung muss deshalb für den Verbraucher offen und transparent erfolgen und darf nicht zur allgemeinen Anhebung der Benzinpreise genutzt werden oder zu einer Benachteiligung der Autofahrer führen, die auf die bisherigen Kraftstoffsorten angewiesen sind.“

Quelle: Pressemitteilung des BMU, 24.10.2010

Weitere Informationen über E10 finden Sie auf www.e85.biz.

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21 Juli 2010

Umfrage: Verbraucher wollen Nachhaltigkeitsregeln für Erdöl

Pressemitteilung
Umfrage: Verbraucher wollen Nachhaltigkeitsregeln für Erdöl

Berlin, 14.7.2010
Bei der Förderung von Erdöl sollen nach Meinung von 88 Prozent der Bundesbürger gesetzliche Nachhaltigkeitsregeln eingeführt werden. Für die Mineralölindustrie sollten damit Sozial- und Umweltstandards gelten. Dies ist eines der Ergebnisse einer aktuellen, repräsentativen Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Emnid im Auftrag des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) durchgeführt hat. Nur drei Prozent der Befragten sprach sich gegen die Einführung von Nachhaltigkeitsregeln aus. „Hier zeigt sich, dass die deutschen Verbraucher ein hohes Problembewusstsein für die Umweltwirkungen von Erdöl entwickelt haben. Genau wie bei Biokraftstoffen sollten daher auch die fossilen Kraftstoffe einer Nachhaltigkeitskontrolle unterliegen und gesetzliche Standards erfüllen“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des VDB.

Rund zwei Drittel der Befragten meinten, dass die Bundesregierung Alternativen zu fossilen Kraftstoffen wie nachhaltig produzierte Biokraftstoffe und Elektromobilität stärker fördern sollte als bisher. Aber nicht nur der Staat ist gefordert: 61 Prozent der Befragten sind nicht einverstanden damit, dass die Mineralölindustrie Kosten an die Verbraucher weitergibt, die durch die Verwendung von Biodiesel und Bioethanol entstehen. „Die Menschen in Deutschland wollen, dass die Mineralölwirtschaft an den Mehrkosten für den Einsatz umweltfreundlicher Biokraftstoffe beteiligt wird. Sie akzeptieren nicht, dass negative Folgen der Erdölförderung von der Allgemeinheit getragen werden müssen.“, sagte Baumann. Anders als die Mineralölindustrie sind 60 Prozent der Befragten bereit, selbst mehr Geld für eine Tankfüllung zu bezahlen, wenn dafür nachhaltiger Biodiesel oder Bioethanol verwendet werden. „Das ist ein deutlicher Beleg dafür, dass Biokraftstoffe weiterhin eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung haben“, sagte Baumann.

An den Zapfsäulen könnte ausgewiesen werden, aus welchen Quellen der Kraftstoff stammt, der getankt wird. So könnte der Verbraucher selbst entscheiden, ob er Benzin und Diesel aus Tiefseebohrungen, aus Umwelt zerstörender Ölsandförderung in Kanada oder aus Ölquellen an Land tanken möchte. Für eine solche Kennzeichnung sprachen sich 57 Prozent der Befragten aus, 39 Prozent waren dagegen. Einen vollständigen Verzicht Deutschlands auf die Nutzung von Erdöl aus Tiefseebohrungen und Ölsanden befürworten 44 Prozent der Befragten. Sämtliche Ergebnisse der Umfrage stehen zur Verfügung unter: www.biokraftstoffverband.de

Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V.
Frank Brühning
Pressesprecher
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
Tel. +49 (0) 30 / 72 62 59 - 54
Fax +49 (0) 30 / 72 62 59 - 19
E-Mail bruehning@biokraftstoffverband.de
www.biokraftstoffverband.de

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05 Januar 2010

Biokraftstoffe verringern Abhängigkeit von russischem Erdöl

(Berlin) - Biodiesel und Bioethanol aus nachhaltiger, heimischer Produktion verringern im Verkehrsbereich die Abhängigkeit Deutschlands von fossilem Erdöl aus Russland. Im Jahr 2007 hatten Biokraftstoffe einen Anteil von 7,3 Prozent am Kraftstoffmarkt, beim Diesel waren es sogar über 12 Prozent. "Wenn wir nicht in der Lage sind, die Abhängigkeit von unsicheren Lieferanten wie Russland zu reduzieren, ist Deutschland politisch und wirtschaftlich erpressbar. Biokraftstoffe können einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten und haben deshalb eine strategische Bedeutung", sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Deutschland importiert nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes etwa 35 Prozent seines Erdöls aus Russland. Wie bereits 2007 hat Russland seit Anfang des Jahres seine Erdöllieferungen an Weißrussland eingestellt - in der Folge war es damals auch in Deutschland zu Lieferengpässen gekommen.

"Neben der Gefahr für die Versorgungssicherheit durch die einseitige Abhängigkeit von Russland als großem Öllieferanten ist die Produktion dort alles andere als nachhaltig", sagte Baumann. Die Erdölgewinnung sei mit gravierenden Umweltschäden und hohen Treibhausgasemissionen verbunden. In Russland werde bei der Förderung Erdölbegleitgas in einer Menge abgefackelt, die mehr als 15 Prozent des jährlichen deutschen Erdgasverbrauchs entspricht. "Auf dem weltweiten Korruptionsindex 2008 steht Russland noch hinter Iran und nur kurz vor der Republik Kongo. Es stellt sich die Frage, ob Deutschland ein Drittel seiner Ölversorgung in die Hände eines solchen Landes legen möchte, oder ob die Alternativen Biodiesel und Bioethanol gefördert werden", sagte Baumann.

Die Europäische Union hat das Potential von Biokraftstoffen erkannt und vorgegeben, dass regenerative Energiequellen bis zum Jahr 2020 einen Anteil von zehn Prozent am Kraftstoffverbrauch haben müssen. "Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung der letzten Bundesregierung vollkommen verfehlt, den Anteil von Biokraftstoffen auf 6,25 Prozent zu reduzieren. Wir fordern für die kommenden Jahre eine angemessene Förderung nachhaltiger Biokraftstoffe, damit die Sicherheit der deutschen Energieversorgung steigt", sagte Baumann.

Quelle/Kontaktadresse:
Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. (VDB)
Frank Brühning, Pressesprecher
Am Weidendamm 1a, 10117 Berlin
Telefon: (030) 72625911, Telefax: (030) 72625919

eMail: bruehning@biokraftstoffverband.de
Internet: http://www.biokraftstoffverband.de


Weitere Informationen finden Sie auf www.e85.biz.

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02 Mai 2009

Biokraftstoffe

Unabhängig davon, was die Mineralölkonzerne verlauten lassen, sind die weltweiten Reserven an Erdöl durchaus begrenzt. So kommt das Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe in einer Studie aus dem Jahr 2004 zu dem Schluss: „Der „depletion mid-point“, bei dem die Hälfte des vermuteten Erdöls gefördert ist, dürfte innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahre erreicht werden. Biokraftstoffe bilden hier einen interessanten Ansatzpunkt. Biodiesel, Bioethanol und Pflanzenöl sind die drei wichtigsten Biokraftstoffe, die langfristig eine wichtige Rolle im Energiemix spielen können. Sie bieten den Vorteil, dass sie den fossilen Treibstoffen in vieler Hinsicht recht ähnlich sind. Im Gegensatz zu Biodiesel und Pflanzenöl, die als alternative Kraftstoffe für Dieselmotoren in Betracht kommen, kann Bioethanol bei Fahrzeugen mit Ottomotor eingesetzt werden.

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02 Mai 2007

Österreich setzt auf E85

5 Punkte-Aktionsprogramm für Superethanol (E85) in Österreich unterzeichnet

„Bei der Bewältigung des Klimawandels und der Verbesserung der Luftqualität spielt der Verkehrssektor eine zentrale Rolle. Derzeit wird fast der gesamte Energiebedarf des motorisierten Verkehrs durch Erdöl abgedeckt. Der CO2-Ausstoß aus diesem Bereich ist zwischen 1990 und 2005 um 93 Prozent gestiegen. Der verstärkte Einsatz von Biokraftstoffen ist daher ein wesentlicher Beitrag, um die Treibhausgasemissionen sowie die Abhängigkeit vom Erdöl zu reduzieren.
Die Verwendung von Biokraftstoffen ist darüber hinaus auch ein Zukunftsimpuls für den ländlichen Raum. Investitionen in neue Produktionsanlagen schaffen zusätzlich langfristig Arbeitsplätze“, betonte Umweltminister Josef Pröll anlässlich der Unterzeichnung des gemeinsamen 5 Punkte-Aktionsprogramms zur Forcierung von Bioethanol als E85-Kraftstoff im Verkehrssektor in Österreich von Lebensministerium, OMV, AGRANA, der Landwirtschaftskammer Österreich, der Vereinigung der österreichischen Rübenbauern sowie Ford, Volvo und General Motors.

Österreich hat beim Einsatz von Biokraftstoffen in der EU eine Vorreiterrolle. Schon seit 1. Oktober 2005 müssen 2,5 Prozent der in Verkehr gebrachten Otto- und Dieselkraftstoffe durch Biokraftstoffe energetisch substituiert werden. Ab 1. Oktober 2007 beträgt die verpflichtende Substitution 4,3 Prozent. Mit 1. Oktober 2008 wird sich dieser Wert auf 5,75 Prozent erhöhen. Damit setzt Österreich die EU-Biokraftstoffrichtlinie bereits zwei Jahre früher als vorgegeben um. Im Regierungsprogramm wurde als ambitioniertes Ziel ein Anteil von Biokraftstoffen von 10 Prozent bis 2010 und von 20 Prozent bis 2020 festgelegt. Darüber hinaus hat Umweltminister Josef Pröll bereits im Juni 2006 ein 5 Punkte-Aktionsprogramm mit der OMV zur Forcierung von Erdgas und Biogas unterzeichnet.

Wichtigste Substitutionsmaßnahmen sind die Beimischung von Biodiesel zu fossilem Diesel seit 1. Oktober 2005 und ab 1. Oktober 2007 die Beimischung von Bioethanol zu Benzin. Biodiesel und Bioethanol haben den Vorteil, dass bestehende Motoren bis zu einem Beimischungsgrad von 5 Prozent technisch nicht verändert werden müssen. Für Benzinmotoren gilt: bei einem Ethanolanteil von 85 Prozent wir der größte derzeit technisch mögliche Umweltnutzen erreicht.

Für die Verwendung von Superethanol (E 85) bedarf es allerdings spezieller Adaptierungen am Kraftstoffsytem des Fahrzeugs. So genannte Flex-Fuel-Cars können sowohl mit herkömmlichem Benzin als auch mit einem Bioethanolanteil von bis zu 85 Prozent betrieben werden. Diese Technologie ist zwar schon verfügbar, was fehlt ist ein ausreichendes Angebot von Rohstoff über Tankstellen bis zu einer Flotte von entsprechend ausgestatteten PKWs. Die neue Partnerschaft soll eine möglichst rasche Einführung dieses klimafreundlichen E85-Angebots für die Konsumenten in Österreich ermöglichen.

OMV und Raiffeisen wollen Tankstellennetz aufbauen

„Für die OMV ist Umweltschutz Teil der Geschäftsstrategie. Mit dem OMV Future Energy Fund, der mit 100 Millionen Euro dotiert ist, stellen wir uns aktiv der Herausforderung, Lösungen für eine nachhaltige Energieversorgung zu finden. Es ist daher ein logischer Schritt, dass wir das 5 Punkte-Aktionsprogramm des Lebensministeriums unterstützen und einen Beitrag zum Ausbau eines E-85 Tankstellenetzes leisten“, betonte Wolfgang Ruttenstorfer, Generaldirektor der OMV Aktiengesellschaft.

Auch Raiffeisen wird einen Beitrag zur besseren Versorgung mit dem neuen Treibstoff leisten. „Der RWA/Lagerhausverbund will wesentlich die Einführung des neuen Kraftstoffes „Superethanol (E85)“ vorantreiben. Als wichtigster Vermarkter landwirtschaftlicher Produkte sehen wir dabei neue Chancen, Stilllegungsflächen wieder einer Qualitätsproduktion zuzuführen. Der Treibstoff ist rasch in das bestehende Tankstellennetz implementierbar und wird ab 1. Oktober 2007 über die Tochterfirma Genol und die österreichischen Lagerhäuser vermarktet. Wir sehen mittel- bis langfristig ausgezeichnete Marktchancen für das umweltfreundliche Produkt Superethanol, so Klaus Buchleitner, Vorstandsvorsitzender Generaldirektor der RWA AG/Genol.

Neue Chancen für die Landwirtschaft

Nicht nur für die Mineralölwirtschaft bringt der neue Kraftstoff neue klimafreundliche Perspektiven, auch für die österreichische Landwirtschaft und die AGRANA eröffnen sich neue Chancen. „Wir begrüßen die Initiative der österreichischen Bundesregierung, in Europa bei der Umsetzung der Roadmap 2020 eine Vorreiterrolle bei der Einführung von erneuerbaren Energien als KFZ-Treibstoff wiederum einzunehmen. Die AGRANA hat dafür gemeinsam mit den Rübenbauern mit dem Bau des Bioethanolwerks Pischelsdorf mit einer Investitionssumme von rund 125 Millionen Euro rechtzeitig produktionsmäßige Voraussetzungen geschaffen, damit Österreich Bioethanol von Anfang an aus heimischen Rohstoffen verfügbar hat“, so AGRANA-Vorstandsvorsitzender Johann Marihart.

Die Rübenbauern, der Zusammenschluss der rund 9.000 Zuckerrübenbauern in Österreich, sehen die Agrana Bioethanolanlage in Pischelsdorf als eine von vielen notwendigen Lösungen zur Reduktion der schädlichen Treibhausgase und sind an der Anlage mit 25,1 Prozent beteiligt. „Wir leisten unseren aktiven Beitrag zum Klimaschutz in Form von Zuckerrüben und Getreide für die Ethanolproduktion, die enorme Mengen an CO2 binden. Mit dem entstehenden Futtermittel tragen wir maßgeblich zur Reduktion der Sojaimporte bei und den Konsumenten liefern wir einen CO2-neutralen Treibstoff, der mit gutem Gewissen eingesetzt werden kann“, resümierte Ernst Karpfinger, Präsident der Vereinigung DIE RÜBENBAUERN.

Der neue Treibstoff Superethanol (E85) bringt nicht nur Vorteile für Umwelt und Wirtschaft, er erhöht zudem die heimische Versorgungssicherheit und gibt auch der Landwirtschaft neue Impulse. „Die Landwirtschaft sieht diese Zukunftsinitiative als eine großartige Chance im Rahmen einer ganzheitlichen und nachhaltigen Erzeugung von Wärme, Energie und Treibstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. Durch die regionale Erzeugung bleibt die Wertschöpfung im und vor allem am Land. In der Landwirtschaft und auch in der Zuckerindustrie werden Arbeitsplätze gesichert, in anderen Bereichen sogar neue Arbeitsplätze geschaffen. Wichtig für die Bäuerinnen und Bauern ist aber Planungssicherheit. Dann können sie in diese neue klimafreundliche Produktionsschiene einsteigen. Außerdem sind die notwendigen Flächen zur Produktion in die Fruchtfolge leicht integrierbar“, erläuterte Rudolf Schwarzböck, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich.

Automobilindustrie steht in den Startlöchern

„Ethanol ist momentan eine ausgezeichnete Option, Mobilität noch umweltfreundlicher zu gestalten“, so Fritz Schmutzhart, Generaldirektor von Ford Austria. „Mit dieser effizienten und umweltfreundlichen Technologie können wir sofort, einfach und wirkungsvoll etwas gegen den Klimawandel tun, ohne unsere Grundbedürfnisse in Sachen individueller Mobilität zu stark einschränken zu müssen. Die Flexifuel-Technologie ist verfügbar, sie ist bezahlbar und nützt sowohl der Umwelt als auch dem Kunden. Deshalb werden ab Frühjahr 2008 – neben den bereits erhältlichen Flexifuel-Varianten des Ford Focus und des Ford C-MAX – die Modelle Galaxy, S-MAX („Auto des Jahres 2007“) und der neue Mondeo mit diesem alternativen Antrieb verfügbar sein. Die Marke mit dem blauen Oval hat damit das europaweit breiteste Angebot an diesen umweltfreundlichen Fahrzeugen.“

„General Motors zeigt mit der Entwicklung alternativer Antriebstechnologien seit Jahren großes Engagement im Umweltbereich. Unsere Bio-Ethanol-Initiative unter der Marke „Saab BioPower“ feiert in Schweden und anderen europäischen Märkten bereits Erfolge. Deshalb freut es uns, dass nun auch in Österreich eine Infrastruktur für Bio-Ethanol geschaffen wird. Ab Herbst werden wir – neben den bereits verfügbaren – sämtliche Saab-Modelle als „BioPower-Modelle“ für den umweltfreundlichen Betrieb mit Superethanol (E85) anbieten”, so Jürgen Keller, Geschäftsführer der General Motors Austria GmbH.

„Volvo setzt auf klimafreundliche Mobilität und bietet ab sofort die ersten Fahrzeuge mit dem umweltschonenden FlexiFuel-Antrieb an. Sie können sowohl mit dem erneuerbaren Superethanol (E85) als auch mit Benzin betrieben werden. Zur „grünen Flotte“ des schwedischen Herstellers zählen das neue Kompaktmodell Volvo C30 1.8F, die Limousine Volvo S40 1.8F und der sportliche Kombi Volvo V50 1.8F. Bei dem modernen und ausgereiften Antriebskonzept sinkt der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) beim Ethanolbetrieb im Vergleich zum Benzinbetrieb um bis zu 80 Prozent. Darüber hinaus überzeugt der umweltschonende Antrieb durch seine uneingeschränkte Alltagstauglichkeit. Die Fahrzeuge kommen im Sommer mit der Einführung des Volvo Modelljahrgangs 2008 auf den österreichischen Markt, können aber schon jetzt bei den österreichischen Volvo Partnern bestellt werden. Weitere Modelle mit der FlexiFuel-Technologie befinden sich derzeit in Planung“, sagte Gerd Battenfeld, Generaldirektor der Volvo Austria GmbH.

Quelle: Pressemitteilung Lebensministerium

gerhard.popp@lebensministerium.at
24.04.2007, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit

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