21 Juli 2010

Umfrage: Verbraucher wollen Nachhaltigkeitsregeln für Erdöl

Pressemitteilung
Umfrage: Verbraucher wollen Nachhaltigkeitsregeln für Erdöl

Berlin, 14.7.2010
Bei der Förderung von Erdöl sollen nach Meinung von 88 Prozent der Bundesbürger gesetzliche Nachhaltigkeitsregeln eingeführt werden. Für die Mineralölindustrie sollten damit Sozial- und Umweltstandards gelten. Dies ist eines der Ergebnisse einer aktuellen, repräsentativen Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Emnid im Auftrag des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) durchgeführt hat. Nur drei Prozent der Befragten sprach sich gegen die Einführung von Nachhaltigkeitsregeln aus. „Hier zeigt sich, dass die deutschen Verbraucher ein hohes Problembewusstsein für die Umweltwirkungen von Erdöl entwickelt haben. Genau wie bei Biokraftstoffen sollten daher auch die fossilen Kraftstoffe einer Nachhaltigkeitskontrolle unterliegen und gesetzliche Standards erfüllen“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des VDB.

Rund zwei Drittel der Befragten meinten, dass die Bundesregierung Alternativen zu fossilen Kraftstoffen wie nachhaltig produzierte Biokraftstoffe und Elektromobilität stärker fördern sollte als bisher. Aber nicht nur der Staat ist gefordert: 61 Prozent der Befragten sind nicht einverstanden damit, dass die Mineralölindustrie Kosten an die Verbraucher weitergibt, die durch die Verwendung von Biodiesel und Bioethanol entstehen. „Die Menschen in Deutschland wollen, dass die Mineralölwirtschaft an den Mehrkosten für den Einsatz umweltfreundlicher Biokraftstoffe beteiligt wird. Sie akzeptieren nicht, dass negative Folgen der Erdölförderung von der Allgemeinheit getragen werden müssen.“, sagte Baumann. Anders als die Mineralölindustrie sind 60 Prozent der Befragten bereit, selbst mehr Geld für eine Tankfüllung zu bezahlen, wenn dafür nachhaltiger Biodiesel oder Bioethanol verwendet werden. „Das ist ein deutlicher Beleg dafür, dass Biokraftstoffe weiterhin eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung haben“, sagte Baumann.

An den Zapfsäulen könnte ausgewiesen werden, aus welchen Quellen der Kraftstoff stammt, der getankt wird. So könnte der Verbraucher selbst entscheiden, ob er Benzin und Diesel aus Tiefseebohrungen, aus Umwelt zerstörender Ölsandförderung in Kanada oder aus Ölquellen an Land tanken möchte. Für eine solche Kennzeichnung sprachen sich 57 Prozent der Befragten aus, 39 Prozent waren dagegen. Einen vollständigen Verzicht Deutschlands auf die Nutzung von Erdöl aus Tiefseebohrungen und Ölsanden befürworten 44 Prozent der Befragten. Sämtliche Ergebnisse der Umfrage stehen zur Verfügung unter: www.biokraftstoffverband.de

Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V.
Frank Brühning
Pressesprecher
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
Tel. +49 (0) 30 / 72 62 59 - 54
Fax +49 (0) 30 / 72 62 59 - 19
E-Mail bruehning@biokraftstoffverband.de
www.biokraftstoffverband.de

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20 Juli 2010

E10-Comeback

Höherer Biospritanteil ab 2011

Neuer Anlauf für den E10-Kraftstoff: Die Bundesregierung hat beschlossen, ab dem kommenden Jahr einen Anteil von zehn Prozent Bioethanol im Benzin zuzulassen. Verpflichtet werde die Industrie dazu allerdings nicht, teilte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans mit. Die Tankstellen müssen herkömmlichen Kraftstoff (E5) bis 2013 zusätzlich zum neuen Sprit mit dem zehnprozentigen Bioanteil verkaufen.

Grund für diese Regelung ist die vor zwei Jahren geführte Debatte über die E10-Verträglichkeit älterer Fahrzeuge (wir berichteten). Damals war als Alternative nur das teurere Superplus vorgesehen, was Proteste vor allem vom ADAC auslöste und die E10-Einführung scheitern ließ. Nach den Worten Steegmans setzt die Bundesregierung nun aber endgültig eine EU-Richtlinie um, die von den Mitgliedsstaaten fordert, den Biospritanteil am Kraftstoffverbrauch zu erhöhen.

Zweifel an der Nachhaltigkeit der Beimischung wollte heute der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) in einer Mitteilung auszuräumen. Es sei sichergestellt, dass für Bioethanol und Biodiesel aus deutscher Produktion keine wertvollen Ökosysteme wie Regenwälder zerstört würden, hieß es darin. Das garantiere die ab 2011 gültige Nachhaltigkeitsverordnung. Sie sorge außerdem dafür, dass der CO2-Ausstoss beim Autofahren deutlich verringert werde. (ng/dpa)

Quelle: Autoservicepraxis.de, 16.07.2010

Weitere Informationen über E10 finden Sie auf www.e85.biz.

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05 Januar 2010

Biokraftstoffe verringern Abhängigkeit von russischem Erdöl

(Berlin) - Biodiesel und Bioethanol aus nachhaltiger, heimischer Produktion verringern im Verkehrsbereich die Abhängigkeit Deutschlands von fossilem Erdöl aus Russland. Im Jahr 2007 hatten Biokraftstoffe einen Anteil von 7,3 Prozent am Kraftstoffmarkt, beim Diesel waren es sogar über 12 Prozent. "Wenn wir nicht in der Lage sind, die Abhängigkeit von unsicheren Lieferanten wie Russland zu reduzieren, ist Deutschland politisch und wirtschaftlich erpressbar. Biokraftstoffe können einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten und haben deshalb eine strategische Bedeutung", sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Deutschland importiert nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes etwa 35 Prozent seines Erdöls aus Russland. Wie bereits 2007 hat Russland seit Anfang des Jahres seine Erdöllieferungen an Weißrussland eingestellt - in der Folge war es damals auch in Deutschland zu Lieferengpässen gekommen.

"Neben der Gefahr für die Versorgungssicherheit durch die einseitige Abhängigkeit von Russland als großem Öllieferanten ist die Produktion dort alles andere als nachhaltig", sagte Baumann. Die Erdölgewinnung sei mit gravierenden Umweltschäden und hohen Treibhausgasemissionen verbunden. In Russland werde bei der Förderung Erdölbegleitgas in einer Menge abgefackelt, die mehr als 15 Prozent des jährlichen deutschen Erdgasverbrauchs entspricht. "Auf dem weltweiten Korruptionsindex 2008 steht Russland noch hinter Iran und nur kurz vor der Republik Kongo. Es stellt sich die Frage, ob Deutschland ein Drittel seiner Ölversorgung in die Hände eines solchen Landes legen möchte, oder ob die Alternativen Biodiesel und Bioethanol gefördert werden", sagte Baumann.

Die Europäische Union hat das Potential von Biokraftstoffen erkannt und vorgegeben, dass regenerative Energiequellen bis zum Jahr 2020 einen Anteil von zehn Prozent am Kraftstoffverbrauch haben müssen. "Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung der letzten Bundesregierung vollkommen verfehlt, den Anteil von Biokraftstoffen auf 6,25 Prozent zu reduzieren. Wir fordern für die kommenden Jahre eine angemessene Förderung nachhaltiger Biokraftstoffe, damit die Sicherheit der deutschen Energieversorgung steigt", sagte Baumann.

Quelle/Kontaktadresse:
Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. (VDB)
Frank Brühning, Pressesprecher
Am Weidendamm 1a, 10117 Berlin
Telefon: (030) 72625911, Telefax: (030) 72625919

eMail: bruehning@biokraftstoffverband.de
Internet: http://www.biokraftstoffverband.de


Weitere Informationen finden Sie auf www.e85.biz.

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22 September 2008

Branche der Erneuerbaren Energie protestiert gegen Greenpeace

Berlin - Vertreter der Branche der Erneuerbaren Energie haben am vergangenen Donnerstag gegen Greenpeace mit einem ölverschmierten Transparent, das in Erdölfässern steckt, protestiert. Die Demonstration fand damit im Vorfeld einer Diskussionsveranstaltung, bei der sich Greenpeace zusammen mit dem Mineralölwirtschaftsverband, dem ADAC und "Brot für die Welt" gegen Biokraftstoffe ausgesprochen haben, statt.

Nachdem sämtliche Ansätze für eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs wie die Umstellung der KfZ-Steuer oder der 120 Gramm-Grenzwert fehlgeschlagen seien, läuft die Strategie von Greenpeace nach Ansicht des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE) und dem Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VBD) darauf hinaus, dass in den kommenden zehn bis 15 Jahren noch mehr fossile Kraftstoffe genutzt werden. "Wir müssen jedoch die vorhandenen Alternativen zu fossilem Diesel und Benzin nutzen, um die endlichen Erdölreserven zu schonen. Dafür stehen im Verkehrsbereich kurz- und mittelfristig nur Biokraftstoffe als erneuerbare Energie zur Verfügung, der Appell zu sparen alleine reicht nicht", so BEE-Geschäftsführer Björn Klusmann. Greenpeace wende sich direkt gegen eine wichtige Säule der erneuerbaren Energien, so Klusmann weiter. Es sei ihm unverständlich, dass diese populistische Strategie gemeinsam mit der Mineralölwirtschaft fortgeführt wird.

BEE: Politik und Umweltverbände verlieren Bewertungsmaßstab
Sollte die Greenpeace-Strategie umgesetzt werden, käme es bis zum Jahr 2020 und darüber hinaus zu einer deutlichen Steigerung der Treibhausgasemissionen im Verkehrsbereich, sagte auch VDB-Geschäftsführer Johannes Lackmann. Die aufgrund der steigenden Nachfrage auszubauenden Erdölkapazitäten hätten noch mehr Ölbohrungen auch in sensiblen Ökosystemen zur Folge. Aus Sicht von Johannes Lackmann hätten Teile der Politik und viele Umweltverbände jeden vernünftigen Maßstab in der Bewertung von Biokraftstoffen gegenüber fossilen Energien verloren.

Q: IWR.de, 22.09.2008

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