22 September 2010

Bayern startet Bundesratsinitiative für Biokraftstoffe

Mit einer Bundesratsinitiative will Bayern die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Biokraftstoffen verbessern und damit Umwelt und heimische Landwirtschaft zusätzlich unterstützen. Das hat das Kabinett gestern beschlossen. Laut Landwirtschaftsminister Helmut Brunner reichen die bisherigen nationalen Vorgaben nicht aus, um die ab 2020 geltenden EU-weiten Mindestquoten für erneuerbare Energien im Verkehrssektor tatsächlich erfüllen zu können.

Der bayerische Antrag zielt deshalb darauf ab, durch gezielte steuerliche Anreize den Absatz von Biokraftstoffen in Reinform wie Biodiesel, Pflanzenölkraftstoff, E85 (Benzin mit 85 Prozent Ethanolanteil), Biomethan und künftig auch sogenanntes BtL (Biokraftstoffe aus Pflanzen-Reststoffen und Ganzpflanzen) und Ethanol aus Cellulose anzukurbeln. Brunner: „Die Förderung von Biokraftstoffen muss so ausgestaltet werden, dass bis 2020 der von der EU geforderte energetische Anteil von zehn Prozent Biokraftstoff auch tatsächlich erreicht werden kann. Dafür brauchen wir bessere steuerlichen Rahmenbedingungen. Mit der derzeitigen Ausrichtung allein auf die Beimischung von Biokraftstoffen ist das 10-Prozent-Ziel nicht zu schaffen.“

Die hierfür in Deutschland ab 2015 geltenden Mindestanteile sind laut Brunner ausschließlich auf die Vermeidung von Treibhausgasen abgestellt - und hierfür sind wegen der ständigen Effizienz-Verbesserung der Biokraftstoffe energetisch gesehen immer geringere Biokraftstoffmengen notwendig, was zu einem Verfehlen des EU-Ziels führt.

Bayern fordert deshalb, neben der Beimischung auch stärker auf die Biokraftstoffe in Reinform zu setzen. Das entspricht laut Brunner dem Ziel des Koalitionsvertrags, den Markt für reine Biokraftstoffe wiederzubeleben. Daher will der Freistaat mit der Initiative auch die Erzeugung von Kraftstoff und Eiweißfuttermitteln bei den in der Regel bäuerlich betriebenen dezentralen Ölmühlen stärken.

Quelle: topagrar.com, 22.09.2010

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02 Mai 2009

Biokraftstoffe – erneute Uneinigkeit der Koalition schadet Deutschlands Biokraftstoffwirtschaft

Am 23. April wurden im Bundestag die Änderungen zum Biokraftstoffgesetz mehrheitlich verabschiedet. Obwohl viele Abgeordnete von der CDU/ CSU und SPD gegen das Gesetz stimmten, folgte die Mehrzahl der Abgeordneten dem Regierungsvorschlag, erneut die Steuer auf Biodiesel von 15 auf 18 ct/l zu erhöhen. Reinpflanzenöl trifft es noch härter und wird wie Biodiesel dadurch unverkäuflich. Die CSU unter Wortführung ihres Umweltobmanns Joseph Göppel hat einstimmig die sofortige Steuerbefreiung von Biodiesel und Pflanzenöl für den öffentlichen Nahverkehr und eine Halbierung des Steuersatzes für den gewerblichen Güterverkehr, die überlebenswichtig für die deutschen Ölpressen und Biodieselanlagenist, gefordert. Ein diesbezüglicher Antrag wurde aber abgelehnt. Trotz Unterstützung von der FDP und den Grünen reichte es bei der Abstimmung wiederum nicht. Die meisten Abgeordneten der CDU und SPD folgten der Empfehlung der Bundesregierung, die ihre Linie „Mischkraftstoffe statt Reinkraftstoffe“ bereits im Koalitionsvertrag 2005 festschrieb, ohne auf die Experten in den Fraktionen zu hören.

Derzeitig ist bereits 80 % der in Deutschland vorhandenen Produktionskapazität von ca. 5 Mio. t/a Biodiesel und Pflanzenöl stillgelegt, über 3 Mio. deutsche LKW tanken wieder im Ausland und Deutschlands Raps wird exportiert. Damit werden über 50.000 Jobs in der deutschen Wirtschaftskette zerstört.

„Wir erwarten direkt zur Wahl Preissteigerungen an der Tankstelle, weil Biodiesel als mittelständisch produzierter Regionalkraftstoff verschwunden ist. Auch Preissteigerungen bei Milch, Joghurt, Käse, Eiern und Wurstwaren werden die Folge sein, da Rapsschrot als Koppelprodukt bei der Eiweißfutterherstellung aufgrund der Absatzschwäche des Pflanzenöls in Deutschland fehlt. Wenn diese Entwicklung so weitergeht, gibt es bald keine deutschen Nahrungsmittel mehr, die genfrei produziert werden – was bei Raps aus Deutschland bisher garantiert war.

Die Koalition hätte niemals die „Zwei-Wege-Strategie“ Reinbiokraftstoffe durch den Mittelstand und Beimischung durch die Mineralölindustrie verlassen dürfen. Alle Hoffnungen der Branche liegen jetzt in der Schaffung einer neuen Koalition nach der Bundestagswahl, die die Bedeutung der Reinbiokraftstoffe für Deutschlands Ressourcen und den Umweltschutz sowie die Kopplung an die Eiweißproduktion endlich begreift,“ so Peter Schrum, Präsident des BBK.

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Biokraftstoffe

Unabhängig davon, was die Mineralölkonzerne verlauten lassen, sind die weltweiten Reserven an Erdöl durchaus begrenzt. So kommt das Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe in einer Studie aus dem Jahr 2004 zu dem Schluss: „Der „depletion mid-point“, bei dem die Hälfte des vermuteten Erdöls gefördert ist, dürfte innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahre erreicht werden. Biokraftstoffe bilden hier einen interessanten Ansatzpunkt. Biodiesel, Bioethanol und Pflanzenöl sind die drei wichtigsten Biokraftstoffe, die langfristig eine wichtige Rolle im Energiemix spielen können. Sie bieten den Vorteil, dass sie den fossilen Treibstoffen in vieler Hinsicht recht ähnlich sind. Im Gegensatz zu Biodiesel und Pflanzenöl, die als alternative Kraftstoffe für Dieselmotoren in Betracht kommen, kann Bioethanol bei Fahrzeugen mit Ottomotor eingesetzt werden.

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28 April 2009

Ethanol bald in der Luft

Die holländische Firma Pal-V Europe baut für Hilfsdienste ein fliegendes Auto. Der Name Pal-V steht für Personal Air/Land Vehicle (persönliches Flug- und Fahrzeug).
Das Fahrzeug ist eine Mischung aus Dreirad und Gyrocopter. Als Antrieb für das Pal-V dienen kleine Automotoren, die mit Benzin, Diesel, Biodiesel oder Bio-Ethanol angetrieben werden können. Der Hersteller gibt sowohl für die Straße, wie auch für die Luft eine Spitzengeschwindigkeit von rund 200 km/h an.

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