15 Mai 2008

Biokraftstoffe sind kein Sündenbock für hohe Getreidepreise

Plädoyer der EU-Agrarkommissarin Fischer Boel für Biokraftstoffe

Der Verband der deutschen Bioethanolwirtschaft LAB e.V. begrüßt die außergewöhnlich klaren Worte von EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel zum Thema Biokraftstoff. Am 6. Mai 2008 stellte sich die Kommissarin in Brüssel in einer Rede beim Europäischen Zentrum für Politik klar hinter Biokraftstoffe.

Biokraftstoffe seien nach Ansicht der Kommission viel zu wertvoll, um als Sündenbock für hohe Getreidepreise abgestempelt zu werden. Diejenigen, die dies dennoch täten, übersähen, dass nicht Bioethanol, sondern der anziehende Fleischverbrauch in China und Indien zu einer Zunahme der Getreidenachfrage geführt habe. Als weiteren Grund nannte sie die schlechten Wetterbedingungen für die Weizenproduktion in den Jahren 2006 und 2007, die weltweit zu niedrigeren Ernten geführt hätten. Zudem sei auch der drastische Anstieg der Finanzspekulation mit Agrarrohstoffen ein wesentlicher Faktor. Allein zwischen 1998 und 2007 seien die Investitionen in Rohstoffindizes von 10 auf 142 Milliarden Dollar gestiegen. Fischer Boel unterstrich, dass in der EU weniger als ein Prozent der Getreideproduktion zu Bioethanol verarbeitet werde und betonte: "Dadurch werden die Märkte sicherlich nicht ins Wanken gebracht." Die Auswirkungen des amerikanischen Biokraftstoffprogramms seien zwar etwas deutlicher zu spüren. Aber auch dieser Einfluss sei im Vergleich zu anderen Faktoren vernachlässigbar.

Der LAB e.V. hat im Zusammenhang mit der öffentlichen Diskussion über Bioethanol als erneuerbare Energie im Rahmen einer Analyse Fakten zusammengestellt, die online unter www.lab-biokraftstoffe.de erhältlich sind.

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05 Mai 2008

Keine Getreideverknappung durch Ethanol

US-Maisexporte auf Rekordniveau

Berlin (ots) - Der Verband der deutschen Bioethanolwirtschaft LAB e.V. bedauert, dass in der aktuellen öffentlichen Diskussion über Ethanol wesentliche Fakten nicht hinreichend berücksichtigt werden. LAB-Geschäftsführer Dietrich Klein erklärte am 2. Mai.2008 in Berlin: "Die Ethanolproduktion in den USA hat nicht zu einer Verknappung bei Mais geführt. Die amerikanischen Maisexporte sind im Wirtschaftsjahr 2007/08 nach Angaben des US-Landwirtschaftsministerium USDA um 10 Millionen Tonnen auf das Rekordniveau von 64 Millionen Tonnen gestiegen." Die um 64 auf 332 Millionen Tonnen gestiegene Maisernte habe den Verbrauch von 58 Millionen Tonnen Mais für die Ethanolerzeugung in den USA mehr als ausgeglichen. Zu berücksichtigen sei auch, dass bei der Ethanolproduktion als Kuppelprodukt das hochwertige Futtermittel DDGS anfalle. Der tatsächliche Getreideverbrauch für Ethanol sei deshalb ca. 30 Prozent niedriger, als in den offiziellen Statistiken ausgewiesen.

Klein wies darauf hin, dass auch die EU-Ethanolerzeugung keine Getreideverknappung bewirke. In der EU sei im Jahr 2007 lediglich 1,2 Prozent der Getreideernte von 254 Millionen Tonnen zu Ethanol verarbeitet worden. Als Ethanolrohstoff werde Getreide zudem in steigendem Maße durch Melasse und Zuckerrüben ersetzt. Diese hätten in Deutschland im ersten Quartal 2008 bereits einen Anteil von ca. 46 Prozent erreicht. Dieser Trend werde sich voraussichtlich fortsetzen.

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